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Newsletter 04/10

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Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde und Förderer,


bei der Gründung der Stiftung für das behinderte Kind im Jahr 1967 stand der Gedanke im Vordergrund, Kindern, die durch Thalidomid geschädigt worden waren, schnelle und unbürokratische Hilfe zukommen zu lassen. Inzwischen bemüht sich die Stiftung seit mehr als 40 Jahren um die Förderung von Früherkennung, Vorsorge und Frührehabilitation von Behinderungen im Kindesalter.

Dank der großzügigen Unterstützung des Vereins „Bild hilft e.V. – Ein Herz für Kinder“ konnte von der „Stiftung für das behinderte Kind“ am 1. Februar 2010 das „Zentrum für Menschen mit angeborenen Alkoholschäden“ auf dem Gelände des Charité Campus Virchow-Klinikums eröffnet werden

Das Zentrum richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit den sogenannten fetalen Alkoholspektrum-Störungen (FASD). Diese sind die Folgen von mütterlichem Alkoholkonsum während der Schwangerschaft und reichen von leichten bis hin zu schweren geistigen und körperlichen Behinderungen und irreparablen Schädigungen des zentralen Nervensystems.

Die Diagnostik und Beratung des Zentrums steht unter der Leitung von Prof. Dr. Joachim Dudenhausen und Prof. Dr. Hans-Ludwig Spohr. Dipl.-Psych. Irina Pauser und Dipl.-Psych. Melanie Degenhardt übernehmen die testpsychologische Diagnostik. Dudenhausen und Spohr beschäftigen sich seit mehr als zwei Jahrzehnten mit dem Krankheitsbild FASD. Dudenhausen leitete die Kliniken für Geburtsmedizin der Charité und ist Vorstandsvorsitzender der Stiftung für das behinderte Kind. Spohr hat die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der DRK-Kliniken in Berlin Westend geleitet.

Seit Aufnahme der Arbeit werden wöchentlich vier Patienten zur Diagnose und Beratung eingeladen. Die Nachfrage liegt jedoch deutlich darüber. Schon jetzt gibt es eine monatelange Warteliste. Das zeigt, dass es einen starken (Nachhol-)Bedarf an unserem Angebot gibt. Obwohl die Krankenkassen die Kosten für die Diagnostik von fetalen Alkoholspektrum-Störungen bisher nicht übernehmen, ist die Untersuchung für die Patienten im Zentrum kostenfrei. Lediglich ein medizinisches Gutachten, das auf Wunsch angefertigt wird, muss bezahlt werden.

Neben der Diagnostik und Beratung wollen wir in den kommenden Monaten auch die Prävention und Forschung ausbauen. So soll eine Studie zeigen, wie viele schwangere Frauen welche Menge Alkohol zu sich nehmen. Fortbildungs- und Präventionskurse für Schwangere, aber auch für die Fachöffentlichkeit sollen helfen, über die vollständig vermeidbare Behinderung FASD zu informieren – und ihr vorzubeugen.

Mit freundlichen Grüßen
Unterschrift Dudenhausen
Ihr Prof. Dr. med. Joachim W. Dudenhausen (Vorstandsvorsitzender)


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