Zusammenfassung des Symposiums
"Adipositas als Risiko in der Perinatalmedizin"

 09. Mai 2009, ICC Berlin

Etwa 1/3 der Frauen im reproduktionsfähigen Alter sind übergewichtig (Body-Maß-Index 25 - 30 kg/m2) und etwa 20 % sind adipös (BMI über 30 kg/m2).

Joachim W. Dudenhausen, Berlin, hat einleitend auf die Bedeutung des erhöhten BMI für geburtshilfliche Komplikationen hingewiesen. Der erhöhte BMI führt sowohl zu geburtsmechanischen Komplikationen mit der Folge einer erhöhten abdominalen oder vaginalen Operationsrate, zu einer erhöhten Häufigkeit von Geburtsverletzungen beim Kind (hier vor allem die Schulterdystokie mit neurologischen Folgen). Außerdem ist der erhöhte BMI der Mutter verbunden mit einer erhöhten Rate von makrosomen Kindern. Darüber hinaus ist festzuhalten, daß bei erhöhtem BMI die Präeklampsie, die schwangerschaftsinduzierte Hypertonie und der Gestationsdiabetes häufiger sind.

Das makrosome Neugeborene hat neben den geburtshilflichen Risiken vor allem in der Neugeborenenzeit die Probleme der Hyperglykämie zu erwarten. Es ist Aufgabe der Neonatologen, hier präventiv und therapeutisch engmaschig das makrosome Neugeborene zu betreuen. Ludwig Gortner aus Homburg stellte hier einen Managementplan vor.

Plagemann und Harder, Berlin, wiesen auf die Bedeutung des Übergewichts der Mutter als Risikofaktor für ein lebenslanges Schicksal des Kindes hin, nämlich die Ausprägung des metabolischen Syndroms im späteren Leben. Diese sogenannte perinatale Programmierung ist als Ursache späterer Erkrankungen von individueller und gesundheitspolitisch herausragender Bedeutung. Dieser Gesichtspunkt betont vor allem die Prävention der Programmierung durch Veränderungen der Risikosituation bei der Mutter.

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