Rezension

Lesen Sie hier die im März 2008 erschienene Rezension zur Veröffentlichung des Taschenbuches "Menschen mit Down-Syndrom. Genetik, Klinik, therapeutische Hilfen", herausgegeben von Eberhard Schwinger und Joachim W. Dudenhausen.

Rezension
März 2008

Menschen mit Down-Syndrom
Genetik, Klinik, therapeutische Hilfen


Herausgeber: Eberhard Schwinger und Joachim W. Dudenhausen
Verlag: Urban & Vogel 2007; 112 Seiten
ISBN: 978-3-89935-246-7

Dieses im Juni 2007 erschienene Taschenbuch, herausgegeben von dem Humangenetiker Eberhard Schwinger und dem Geburtsmediziner Joachim Dudenhausen, ist aus einem Symposium der „Stiftung für das behinderte Kind“ zum Down-Syndrom hervorgegangen. Es ist aber keineswegs nur ein wissenschaftlicher Tagungsband, sondern fasst in gut verständlicher Weise aus der Sicht führender Fachleute viele praktisch bedeutsame Aspekte des Down-Syndroms in verschiedenen Lebensaltern zusammen. Der Bogen spannt sich von klinischen und biologischen Grundlagen - darunter findet sich ein sehr aufschlussreicher Text von Karl Sperling über den Zusammenhang der Strahlenexposition von Eltern nach Tschernobyl und dem Down-Syndrom bei Nachkommen – über die Befundmitteilung an die Eltern eines neugeborenen Kindes, Entwicklungsförderung, medikamentöse und alternative Therapieansätze bis zu Hilfen aufgrund der sozialen Gesetzgebung.

Diese Buch ist sicherlich nicht als Erstlektüre für „neue“ Eltern eines Kindes mit Down-Syndrom konzipiert, ist aber auch kein theorielastiges Fachbuch für Spezialisten.

Die Autoren wenden sich gleichermaßen an Eltern, die ihr Wissen zum Down-Syndrom durch fundierte Informationen aus erster Hand erweitern wollen, und an Fachleute, denen es an vielen Stellen neue Sichtweisen des Down-Syndroms und Ideen für die Unterstützung betroffener Menschen und ihrer Familien vermittelt. Besonders würde man sich wünschen, dass möglichst viele Geburtsmediziner und Kinderärzte das Kapitel von Friedmar Kreuz zur Befundmitteilung lesen und nach dessen Empfehlungen handeln.

Das Buch ist im Buchhandel erhältlich, kann aber auch, mit der Bitte um eine Spende zur Kostendeckung, direkt über die Stiftung für das behinderte Kind bezogen werden.

Wolfram Henn