J.W. Dudenhausen:

Rauchen in der Schwangerschaft 

Die Stiftung für das behinderte Kind hat sich seit vielen Jahren das Ziel gesetzt, einzelne Projekte und Kampagnen gegen den Nikotinkonsum in der Schwangerschaft anzuregen und zu unterstützen.

Rauchen in der Schwangerschaft
J.W. Dudenhausen
München 2009
ISBN 978-3-89935-260-1

Inhalt

1. Epidemiologie des Zigarettenkonsums in der Schwangerschaft
Renate L. Bergmann, Karl E. Bergmann, Rolf Richter, Susann Schumann, Joachim W. Dudenhausen
2. Rauchen und Stillen
Werner Luck
3. Pathophysiologische Aspekte des Zigarettenkonsums in der Schwangerschaft
Jan-Peter Siedentopf
4. Gesundheitliche und ökonomische Folgen der prä- und postnatalen Passivrauchexposition sowie wirksame Ansätze zur Prävention
Stephan Böse-O’Reilly, Thomas Lob-Corzilius
5. Auswirkungen des Rauchens in der Schwangerschaft auf das Immunsystem des Feten und Neugeborenen
Peter Bartmann
6. Neurokognitive und somatische Entwicklung von Kindern mit intrauteriner Wachstumsstörung nach Rauchexposition in der Schwangerschaft
Ludwig Gortner
7. Hyperaktives und aggressives Verhalten bei Kindern nach Rauchexposition in der Schwangerschaft
Christine M. Freitag
8. Coping-Strategien zur Raucherentwöhnung in der Schwangerschaft
Edith Weiß-Gerlach
9. Behandlung der Nikotinabhängigkeit: Nikotinersatztherapie und andere pharmakologische Verfahren
David Groneberg

Vorwort

Sowohl Rauchen als auch passives Mitrauchen ist für Schwangere und ungeborene Kinder ein Risiko. Studien- und Praxisberichte zeugen von erheblichen Schwangerschaftskomplikationen bei Raucherinnen. Das intrauterine Wachstum des Kindes wird proportional zur Zigarettenzahl vermindert. Nach Plazentapassage erzeugt das Nikotin beim Feten eine Aktivierung der Nebenniere, sichtbar an einer tachykarden Herzfrequenz.

Auch nach der Geburt sind bei Kindern von Raucherinnen häufiger Komplikationen zu erwarten. Durch den Nikotinkonsum der Schwangeren kommt es bei dem Feten zu einer Fehlprogrammierung, die langfristig zu Verhaltensstörungen, Asthma bronchiale, Adipositas und immunologischen Erkrankungen des Kindes führen kann.

Um diese Risiken zu vermeiden, sollten Schwangere zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft zum Rauchverzicht motiviert werden. Da bei den meisten Frauen die Gesprächsbereitschaft während der Schwangerschaft hoch ist, nehmen sie gerne eine Beratung hinsichtlich ihres Rauchverhaltens an.

Die Stiftung für das behinderte Kind sieht es als wichtige Aufgabe der Schwangerenberatung und der präventiven Medizin an, Schwangere über die Gefahren des Rauchens während der Schwangerschaft zu informieren und ihnen die Möglichkeit zu bieten, das Rauchen zu beenden. Um das Bewusstsein der medizinischen Öffentlichkeit für dieses Problem zu wecken, wurde im November 2008 ein Symposium zum Thema „Rauchen und Schwangerschaft“ durchgeführt, dessen wichtigste Beiträge in dem vorliegenden band zusammengefasst sind. Wir hoffen, damit zur Verbreitung einer rauchfreien Schwangerschaft beizutragen.

Berlin, im August 2009

Joachim W. Dudenhausen
Vorsitzender der Stiftung für das behinderte Kind e.V.