Freude über das Kind - Sorge um seine Gesundheit

Was leisten vorgeburtliche Untersuchungen?

Eine Familie planen, Eltern werden – viele Paare erleben diesen Abschnitt ihres Lebens als großes Glück. Bis vor wenigen Jahrzehnten war das ungeborene Kind unsichtbar und wuchs unerreichbar im Bauch der Mutter heran. Heute gibt es eine Vielzahl von Untersuchungen zur Überwachung des ungestörten Werdens oder um angeborene Erkrankungen oder Fehlbildungen bereits vor der Geburt aufzudecken oder zumindest Hinweise darauf zu geben.

Die Möglichkeiten der modernen Pränataldiagnostik erscheinen segensreich. Allerdings bergen manche Untersuchungen selbst ein gewisses Risiko, dass das Kind dabei Schaden nimmt. Darüber hinaus liefern die Ergebnisse längst nicht immer die ersehnte Gewissheit. So stellen unauffällige Befunde keine Garantie dar, dass ein Kind gesund zur Welt kommt.
Umgekehrt bedeuten auffllige Ergebnisse nicht immer, dass das Kind tatsächlich Erkrankungen oder Fehlbildungen aufweisen wird, noch weniger ist klar, in welchem Umfang es dadurch möglicherweise beeinträchtigt ist. Und schließlich stellt die Pränataldiagnostik Eltern immer wieder vor große Belastungen, etwa wenn sie auf die Untersuchungsergebnisse
warten oder wenn sie bei ungünstigen Befunden entscheiden müssen, wie sie damit umgehen.

Alle werdenden Eltern stehen früher oder später vor der Frage, ob und in welchem Ausmaß sie vorgeburtliche Untersuchungen durchführen lassen wollen. Es gibt darauf keine allgemeingültigen, keine richtigen oder falschen Antworten. Vielmehr ist jedes Paar gefordert, seinen eigenen Weg zu finden. Diese Broschüre soll dabei eine Hilfe sein. Sie zeigt die Möglichkeiten der Pränataldiagnostik auf, aber auch ihre Grenzen. Und sie will ein Bewusstsein dafür wecken, dass absolute Gewissheit in der Schwangerschaft oft eine Illusion ist. Lebenskunst besteht darin, die Ungewissheit zu akzeptieren und sich trotzdem über das Kind zu freuen.