R.L. Bergmann, H.-L. Spohr, J.W. Dudenhausen:

Alkohol in der Schwangerschaft 

Die Stiftung für das behinderte Kind hat sich seit vielen Jahren das Ziel gesetzt, einzelne Projekte und Kampagnen gegen den Alkoholkonsum in der Schwangerschaft anzuregen und zu unterstützen.

Alkohol in der Schwangerschaft
R.L. Bergmann, H.-L. Spohr, J.W. Dudenhausen
München 2006
ISBN 13: 978-3-89935-221-1
ISBN 10: 3-89935-221-6
 

Inhalt 

1. Epidemiologie der Alkoholkrankheit bei Frauen
Anne Berghöfer, Stefan N. Willicht
2. Epidemiologie des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft
Renate L. Bergmann, Rolf Richter, Cornelia Milto, Brigitte Michel, Joachim W. Dudenhausen
3. Underreporting des Alkoholkonsums in der Schwangerenberatung
Jan-Peter Siedentopf, Manuela Nagel
4. Gesundheitsfördernde und - schädigende Aspekte des moderaten Alkoholkonsums
Peter Feick, Stephan L. Haas, Manfred V. Singer
5. Geschlechtsunterschiede bei Alkoholabhängigkeit
Jana Wrase, Andreas Heinz
6. Marker des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft
Tim Neumann, Irit Kürer, Chlaudia D. Spies
7. Das klinische Bild des Fetalen Alkohol-Syndroms - Alcohol Spectrum Disorder (FASD)
Hans-Ludwig Spohr
8. Psychopathologie bei Kindern und Jugendlichen mit Fetalem Alkohol-Syndrom
Reinhold Feldmann
9. Neurodegeneration and the Fetal Alcohol Syndrome
Chrysanthy Ikonomidou, John W. Olney
10. Aktuelle Therapie des Alkoholismus
Martin Schäfer
11. Fragebögen zur Identifikation eines riskanten Alkoholkonsums in der Schwangerschaft und kurze Anleitung zur Entwöhnung
Tim Neumann, Renate L. Bergmann, Claudia D. Spies, Joachim W. Dudenhausen 
 

Vorwort 

Der Genuss von Alkohol - auch im Übermaß – ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. Dass dies auch Frauen betraf, dafür gibt es z.B. schon Zeugnisse im Alten Testament.

Darüber hinaus sind seit etwa 30 Jahren die teratogene Wirkung des Alkohols und die typischen Veränderungen bei Neugeborenen nach übermäßigem Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft beschrieben. Doch obwohl er irreversible Schäden bei den betroffenen Kindern hervorrufen kann, ist Alkoholismus in der Schwangerschaft auch heute noch weit verbreitet.

Es ist daher die Aufgabe aller Mitglieder der Gesundheitsberufe, die Schwangere und Kinder präventiv betreuen oder therapeutisch mit alkoholabhängigen Frauen arbeiten, in Kampagnen gegen den Alkoholkonsum in der Schwangerschaft zusammenzuarbeiten. Zielgruppe dieser Kampagnen müssen alle Frauen im gebärfähigen Alter sein. Dabei ist es notwenig, dass Interventionskonzepte die soziale Lage der Frauen einbeziehen.

Dass für die Zeit der Schwangerschaft eine Alkoholabstinenz angestrebt werden sollte, darüber gibt es kaum Streit unter den Experten. Was aber den Alkoholgenuss sowohl von nicht schwangeren Frauen als auch von Männern betrifft, herrscht durchaus keine Einigkeit über Grenzwerte des „riskanten Konsums“, des „gesundheitsschädlichen Konsums“, der Gefährlichkeit einzelner höherer Dosen oder der genossenen Gesamtwerte. Dies spiegelt sich auch in den einzelnen Beiträgen dieses Buches wider, da sich die Autoren auf verschiedene Quellen beziehen. So ergeben sich Widersprüche, die aber für den Leser auch Ansporn sein sollen, sich der wissenschaftlichen Herausforderung zu stellen und weitere klärende Daten zu generieren.

Die Stiftung für das behinderte Kind hat sich seit vielen Jahren das Ziel gesetzt, einzelne Projekte und Kampagnen gegen den Alkoholkonsum in der Schwangerschaft anzuregen und zu unterstützen. Sie hat daher in einem Symposium die wichtigsten Aspekte der Prävention zusammengetragen, die hier nun vervollständigt in diesem Band vorgelegt werden. Die Stiftung möchte mit der Publikation dazu beitragen, dass der Alkoholkonsum in der Schwangerschaft reduziert wird, das Wissen über seine Folgen vermehrt und dass auch die sozial Benachteiligten durch persönliche Beratung davon profitieren können.

Berlin im Juni 2006

Joachim W. Dudenhausen
Vorsitzender der Stiftung für das behinderte Kind e.V.