27.06.2014, 13.20 Uhr

Stiftung für das behinderte Kind verleiht Medienpreis

Schwerpunktthema: Vorgeburtliche Diagnostik - Chancen und ethische Implikationen.

Berlin, 27. Juni 2014 - Bereits zum vierten Mal hat die Stiftung für das behinderte Kind heute den Medienpreis Prävention in der Schwangerschaft im Rahmen des Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit in Berlin verliehen. Schwerpunktthema war diesmal Vorgeburtliche Diagnostik - Chancen und ethische Implikationen. Die Preisträger 2014 sind die Reporterin Judith Luig aus Berlin und der Schweizer Redakteur Michael Hugentobler für ihre Beiträge in der Berliner Morgenpost bzw. in der Schweizer Ausgabe der Wochenzeitung Die Zeit.
 
„Die beiden Beiträge sind – jeder auf seine Art – auszeichnungswürdig“, fasst Prof. Dr. Joachim W. Dudenhausen, Vorstandsvorsitzender der Stiftung für das behinderte Kind und Juryvorsitzender, das Votum der Jury zusammen: „Mein Kind lebt nur in mir“ von Judith Luig ist ein beeindruckender und zutiefst verstörender Artikel aus der Sicht einer jungen Frau, die sich zur Spätabtreibung ihres nicht überlebensfähigen Kindes entschieden hat. Der Kontrast zwischen ihrer Beschreibung, wie sie versucht, ins Leben zurückzufinden, und der Routiniertheit der Fachkräfte geben dem Artikel eine ungeheure Wucht. Ein Text, der einen lange nicht loslässt.
Michael Hugentobler, der Autor von „Unser verborgenes Leben“, überzeugt durch seine Strategie, das Geschehen aus zwei Blickwinkeln zu betrachten und zu „bewerten“: Einerseits wird auf der Ebene der Moral die Frage gestellt, ob es ethisch vertretbar ist, ungeborenes Leben (nach welchen Kriterien auch immer) auf „Fehlbildungen“ hin zu untersuchen, andererseits wird der Umgang der werdenden Eltern mit der konkreten Situation dargestellt. Das schafft einen Spannungsbogen, der den Leser packt und die ganze Dimension der Entscheidung für einen Test (und der damit verbundenen Konsequenzen) deutlich macht.

Beiden Autoren gelingt es klarzumachen, dass solche Entscheidungen zwar sehr individuell sind, aber uns alle angehen. Judith Luig ist seit 2012 Reporterin bei der Welt-Gruppe und schreibt schwerpunktmäßig Reportagen für die Berliner Morgenpost. Die studierte Literaturwissenschaftlerin lehrte zunächst englische Literatur und Genderstudies an beiden Berliner Universitäten. Ihre journalistische Karriere begann sie bei der Bonner Rundschau als Lokalreporterin. Von dort ging sie als Redakteurin zur taz und weiter zur Welt/Welt am Sonntag, wo sie u. a. beteiligt war an der Entwicklung des neuen Ressorts „Titelthema“. Der von der Stiftung ausgezeichnete Beitrag „Mein Kind lebt nur in mir" erschien am 16. November 2013 in der Berliner Morgenpost.

Der Schweizer Michael Hugentobler arbeitet seit Anfang 2013 als freischaffender Autor u. a. für Das Magazin, Die Zeit und Dummy. Nach langen Reisen durch Nordamerika, Südamerika, Afrika, Asien und Ozeanien und sporadischen Veröffentlichungen von Reportagen und Porträts in Neue Zürcher Zeitung, Tages-Anzeiger und Globetrotter Magazin absolvierte er von 2011 bis 2013 eine berufsbegleitende Diplomausbildung Journalismus an der Schweizer Journalistenschule MAZ in Luzern. Sein Wettbewerbsbeitrag „Unser verborgenes Leben“ erschien am 27. Juni 2013 auf den Schweizer Seiten von Die Zeit.

Auch im nächsten Jahr wird die Stiftung für das behinderte Kind wieder einen Medienpreis ausschreiben, mit dem sie hochwertige, informative und breitenwirksame Medienarbeit unterstützt und fördert. Dabei geht es in erster Linie um die Vermeidung, die frühzeitige Erkennung und die Verminderung möglicher gesundheitlicher Schäden des ungeborenen Kindes (und der Mutter) in der Schwangerschaft. Die Ausschreibung des nächsten Preises wird im Oktober 2014 versendet.

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